Die Grundschulzeit
In der Unterstufe begleitet die Klassenlehrer*in die Kinder durch alle Hauptfächer – kontinuierlich, vertraut, in einem geschützten Rahmen.
Mit Kopf, Herz und Hand – und mit allem, was dazwischen ist.
Wir glauben: Kinder lernen am besten, wenn sie staunen, anfassen, ausprobieren und sich Zeit nehmen dürfen. Unser Lehrplan verbindet Wissen mit Erfahrung, vom ersten Schultag bis zum Abschluss.
Sechs Prinzipien, die unseren Unterricht und unseren Schulalltag prägen.
Lernen geschieht zwischen Menschen, nicht zwischen Kind und Bildschirm.
Die Welt zuerst sinnlich erfahren, dann begreifen, dann denken.
Tagesrhythmus, Wochenrhythmus, Jahreslauf. Verlässliche Struktur statt Hektik.
Kinder dürfen Fehler machen. Daraus wächst Verantwortung – und Freiheit.
Respekt, Konfliktfähigkeit und Mitgefühl gehören zum Lehrplan wie Mathematik.
Eigenes Schaffen schärft Wahrnehmung und Selbstvertrauen, in jedem Fach.
Drei Lebensphasen, drei pädagogische Schwerpunkte. Wir begleiten Kinder kontinuierlich und mit dem, was sie auf dem jeweiligen Weg brauchen.
In der Unterstufe begleitet die Klassenlehrer*in die Kinder durch alle Hauptfächer – kontinuierlich, vertraut, in einem geschützten Rahmen.
Wachsende Selbstständigkeit, mehr Fachunterricht, größere Projekte. Jugendliche erweitern ihren Horizont durch Praktika und neue Themen.
Unsere Oberstufe wächst Jahr für Jahr mit: Seit diesem Schuljahr gibt es die Klasse 11, danach folgen 12 und 13. Vorbereitet werden der Waldorfabschluss und die staatlichen Abschlüsse bis zum Abitur.
Nach zwölf Schuljahren erwerben unsere Schüler*innen den anerkannten Waldorfabschluss. Zusätzlich sind je nach Begabungsrichtung alle staatlichen Abschlüsse möglich:
Unsere Erst- und Zweitklässler verbringen einmal pro Woche einen vollen Schultag draußen, in fester Gruppe, mit ihrem Klassenlehrer. Hier wird gewandert, gestaunt, geschnitzt, gebaut und gemeinsam beobachtet, wie sich die Jahreszeiten Woche für Woche verändern.
Was die Kinder dabei lernen, lässt sich in keinem Klassenraum nachstellen: Wahrnehmung schärfen, Ausdauer entwickeln, Vertrauen in die eigenen Sinne und in das Miteinander.
Im Hauptunterricht widmen wir uns drei bis vier Wochen am Stück einem Thema: Mathematik, Deutsch, Geografie oder Geschichte. So werden Lerninhalte tief verankert statt zerstückelt.
Mathematik, Deutsch, Geografie, Geschichte – in mehrwöchigen Epochen vertieft.
Englisch und Französisch ab Klasse 1.
Malen, Plastizieren, Musik, Eurythmie, von der ersten bis zur letzten Klasse.
Stricken, Häkeln, Schreinern, Schmieden, Gartenbau, Hauswirtschaft.
Sport, Eurythmie, Outdoor-Aktivitäten. Der Körper denkt mit.
Land-, Forst- und Sozialpraktikum, Industrie- und Berufspraktikum in der Oberstufe.
In der Oberstufe verlassen unsere Schüler*innen den Klassenraum: Sie arbeiten auf einem Hof, messen draußen im Gelände und schnuppern in Betriebe hinein. Selbstständigkeit, Respekt und Berufsorientierung wachsen dort, wo Theorie auf echte Welt trifft.
Drei Wochen auf einem Bauernhof: Kühe melken, Felder bestellen, anpacken.
Mit Messgerät und Karte draußen im Gelände: Geometrie, die man mit den Füßen begreift.
Hineinschnuppern, wo es später hingehen könnte: im Betrieb, in der Einrichtung, in der Werkstatt.
Vorurteile über Waldorf gibt es viele. Schauen wir uns an, was davon stimmt und was nicht.
Vorausgesetzt, sie haben Lust dazu natürlich. Lernen tun sie es im Fach Eurythmie – eine Bewegungskunst, die Töne und Laute in Bewegungen umsetzt.
Waldorflehrer beurteilen alle zwölf Schuljahre in Textform. So bilden sie genauer ab, welche Entwicklungsschritte ein Kind vollzogen hat oder wo Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Ab der 7./8. Klasse – manchmal auch früher oder später, sowie beim Schulwechsel – gibt es zur Einordnung auch eine Beurteilung in Notenform.
Sprich: Sie bleiben nicht sitzen. Lernen vollzieht sich in Gemeinschaft, und diese bildet sich im Sozialen, also auch im altersgemäßen Gefüge. Ausnahmen bestätigen hier übrigens die Regel!
Auch wenn im Fächerkanon den kognitiven Fächern keine wichtigere Rolle beigemessen wird als den künstlerischen, musischen, handwerklichen oder Bewegungskünsten, alle regulären Fächer haben ihren Platz. Und darüber hinaus noch mehr: Projektive Geometrie, Kombinatorik, perspektivisches Zeichnen, Buchbinden, Schmieden, Gartenbau, Steinmetzen, Handarbeit …
Die mittleren Abschlüsse werden in der Regel in der 10. oder 11. Klasse abgelegt, Fachhochschulreife und Abitur in der 13. Klasse. Das kann je Bundesland variieren, aber ein Schulwechsel ist nicht nötig. Die Kinder und Jugendlichen lernen mindestens zwölf Jahre gemeinsam in einem Klassenverband.
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